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Politischer Gesprächskreis
Montag, 27. Juli 2026
Würde ist kein Algorithmus
Die Katholische Soziallehre und ihre Bedeutung zum Umgang mit KI
Künstliche Intelligenz und ihre Auswirkungen auf Gesellschaft und Politik beschäftigen uns seit Langem. Umso elektrisierender ist ein aktueller Impuls aus dem Vatikan: Im Mai d. J. hat Papst Leo XIV. sein erstes Lehrschreiben veröffentlicht, das sich schwerpunktmäßig dem Umgang mit KI widmet. Die Resonanz darauf ist überwältigend und reicht weit über kirchliche Kreise hinaus. Die SÜDWEST PRESSE kommentiert, man könne vom Papst halten, was man will, müsse aber anerkennen, dass sich bisher kaum ein Staatsoberhaupt so umfassend mit KI und deren Folgen auseinandergesetzt hat. Der Spiegel spricht von einer Pflichtlektüre und die FAZ titelt: „Dieses Mal war der Papst schneller als Karl Marx.“ Ein historischer Seitenhieb: Während die Kirche bei der Industrialisierung im 19. Jh. erst spät auf die Not der Arbeiterschaft reagierte, immerhin dann mit zentralen Forderungen wie gerechter Lohn, angemessene Arbeitsbedingungen und Mitbestimmung, positioniert sie sich heute an der Spitze der Debatte.
Papst Leo lehnt die neue Technologie nicht ab, warnt jedoch vor einer Entmenschlichung durch fehlerhafte Nutzung und vor der Machtkonzentration weniger Tech-Konzerne. Er nimmt dabei die Politik in die Pflicht und fordert wertebasierte Regeln, Bildung und breite gesellschaftliche Kontrolle.
Für uns in Deutschland ist dieses Schreiben deshalb spannend, da Papst Leo darin die Katholische Soziallehre aktualisiert, also jene Prinzipien wie Wert und Würde der Arbeit, soziale Gerechtigkeit, Solidarität und Subsidiarität, die einst unsere Soziale Marktwirtschaft und die Renten- und Krankenkassen maßgeblich geprägt haben.
Die Fragen werden also sein: Können diese bewährten Werte Leitplanken für die digitale Welt von morgen sein? Was können diese Grundsätze zur Lösung aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen beitragen?
Impuls: Pfarrer Paul Schobel, Betriebsseelsorger und Autor, Böblingen
Moderation: Karlheinz Rauch, Theologe, ehem. Schulleiter Alice-Salomon-Schule, Hechingen.
Der Gesprächskreis versteht sich als offenes Angebot an politisch Interessierte. Weitere Informationen zum Gesprächskreis erhalten Sie unter www.stadtbibliothek-rottenburg.de oder 07472/165-165 sowie unter www.foerderverein-stadtbibliothek-rottenburg.de. Dort finden Sie zudem unter ‚Politischer Gesprächskreis‘ die Dokumentationen bisheriger Gesprächskreise.
Immer am letzten Dienstag im Monat treffen sich Menschen,
um sich über ein bestimmtes Thema auszutauschen. In der Regel gibt es ein
Impulsreferat, dann ist die Diskussionsrunde eröffnet.
Der Gesprächskreis versteht sich als offenes Angebot an politisch Interessierte. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.
Hinweis zum Schutz- und Hygienekonzept:
Für die Veranstaltung gelten die aktuelle Corona-Verordnung des Landes sowie das von der Stadt für die Nutzung städtischer Räume vorgeschriebene Hygienekonzept. Die Teilnehmerzahl ist auf 36 Personen begrenzt.