26.10.2026: Florence Gaub: Szenario - Die Zukunft steht auf dem Spiel -

1. Einführung (Winfried Thaa)

Wie im Titel des Buches, das Wolfgang Hesse vorstellen wird, angesprochen, soll es heute um die Zukunft gehen. Dazu möchte ich eine aktuelle Vorbemerkung machen. In den Nachrichten heute Morgen gab es endlich wieder positive Neuigkeiten. In Serbien hat Präsident Vucic die Wahlen deutlich verloren und seine Niederlage bereits eingestanden, in Brasilien gewann Lula da Silva gegen Bolsonaro, der allerdings den Wahlausgang nicht akzeptieren will. Das sind, glaube ich, gute Nachrichten.

Gründe für ernste Sorgen um die Zukunft bleiben dennoch genug. Es ist noch keine 14 Tage her, als die Schlagzeilen eine neue, für Europa höchst bedrohliche Konstellation zwischen den Großmächten verkündeten. „Dieseldeal mit Putin“ oder „Trump schlägt sich auf die Seite Moskaus“ lauteten die Schlagzeilen. Gleichzeitig reduzierte Elon Musk die Starlink-Kapazitäten der Ukraine, die sie braucht, um russische Raketen- und Drohnenangriffe zu identifizieren. Die europäischen Regierungschefs, die sich zur selben Zeit in Brüssel trafen, wirkten schockiert und ratlos.

Was sich seit Beginn der zweiten Amtszeit Trumps immer wieder abzeichnet, ein Ende des Westens als strategisches Bündnis zwischen den USA und Europa scheint nun unwiederbringlich Realität zu werden. Aber was folgt daraus? Wie orientieren sich die europäischen Regierungen in der Neuaufteilung der Welt zwischen China, Russland und den USA? Sind diese überhaupt dazu in der Lage, eine aktive, die Welt mitgestaltende Rolle zu spielen?

Inhaltlich haben wir zu diesem Thema bereits im Mai diskutiert, als ich Herfried Münklers Buch „Macht im Umbruch“ vorgestellt und mit Hanns Maulls Thesen zur Verteidigung der internationalen Ordnung verglichen habe. Heute soll es nicht um eine Neuauflage dieser Debatte gehen, sondern um ein Buch von Florence Gaub, in dem sie mit Hilfe der sog.

„Szenariums Technik“ zeigen will, welche Handlungsmöglichkeiten die neue Weltlage bietet. Genauer geht es dabei darum, nicht einfach bestimmte Ziele zu begründen und nach ihren Verwirklichungschancen zu fragen, sondern Entscheidungsalternativen und die daraus möglichen Konsequenzen durchzuspielen bzw. systematisch zu erfassen. Die bekannte Autorin und Politikberaterin will in ihrem Buch also nicht für eine bestimmte Politik werben, sondern die Leser in die Lage versetzen, in vorgegebenen Szenarien Entscheidungen zu simulieren um danach deren wahrscheinliche Folgen Schritt für Schritt zu antizipieren. Dabei geht es ihr nach meinem Eindruck vor allem darum, deutlich zu machen, dass wir der Zukunft nicht ausgeliefert sind, sondern sie durch kollektive Entscheidungen selbst gestalten können.

Dazu jetzt mehr und Genaueres von Wolfgang Hesse.

 

2. Impuls (Wolfgang Hesse)

 

Zur Präsentation (kann als pdf heruntergeladen werden)

 

3. Diskussionsbeiträge (Protokoll Karl Schneiderhan)

 

4. Abschluss und Dank (Winfried Thaa)

Winfried Thaa beschließt den Gesprächskreis mit einem herzlichen Dank an Wolfgang für die umfassende und verständliche Vorstellung des Buches von Florence Gaub sowie den Teilnehmenden für die anregende und engagierte Diskussion.

 

5. Organisatorische Hinweise:

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