18.05.2026: Ein Jahr Regierung Bundeskanzler Friedrich Merz

1. Begrüßung und Einführung (Karl Schneiderhan)

Zum heutigen Gesprächskreis begrüße ich Sie herzlich. Das heutige Thema ist ja nicht unbedingt vergnügungssteuerpflichtig. Umso mehr freuen wir uns über Ihr Interesse.

Bei der Vorbereitung habe ich mich unwillkürlich an zwei erst wenige Jahre zurückliegende Debatten im Deutschen Bundestag erinnert. Zum einen an die Haushaltsdebatte im November 2023, als Friedrich Merz, damals Oppositionsführer, Bundeskanzler Olaf Scholz vorhielt: „Sie können es nicht. Sie sind ein Klempner der Macht, dem jede Vorstellung fehle, wie sich das Land in den nächsten Jahren weiterentwickeln solle. Sie geben nur rein technische Antworten auf hochpolitische Entscheidungen.“ Zum zweiten an eine Migrationsdebatte 2024, als Bundeskanzler Scholz, sozusagen als Retourkutsche, dem Oppositionsführer Merz vorhielt: „Sie können es nicht, das ist die Wahrheit, mit der wir konfrontiert sind. Sie sind der Typ von Politiker, der glaubt, mit einem Interview in der Bild am Sonntag die Migrationsfrage lösen zu können.“ Schließlich ist uns noch im Gedächtnis, wie holprig es mit seiner Kanzlerschaft anfing. Erstmals erreichte ein Kandidat für das Amt des Bundeskanzlers im ersten Wahlgang nicht die erforderliche Mehrheit.

Ob es Ironie des Schicksals ist oder anderen Umständen geschuldet, sei dahingestellt, wenn anlässlich ein Jahr Regierung Merz die ARD den sonntäglichen Presseclub wie folgt betitelte: „Kann Friedrich Merz Kanzler?“ und gestern beim ‚radioeins Kommentatoren-Talk‘ im rbb ernsthaft die Frage diskutiert wurde, ob und wie lange diese Koalition noch halten wird und welche Szenarien dann möglich wären.

Angesichts der seit Monaten sich verstetigenden negativen Umfragewerte für die Regierungsparteien sind solche Diskussionen durchaus nachvollziehbar. Denn so niedrig wie heute waren die Zustimmungswerte für eine amtierende Regierung noch nie. Laut des jüngsten ZDF-Politbarometers liegt die AfD in der Zustimmung mit 27% bereits zwei Prozentpunkte vor der Union mit nur noch 25%.  

Dass Regierungshandeln auch anders gehen kann, das bestätigen Koalitionen in Bundesländern, z. B. NRW und SH, auch wenn Bund und Land hinsichtlich der Herausforderungen nicht einfach vergleichbar sind. Diese Beispiele zeigen aber, mit dem Verständnis eines von gleichberechtigter Partnerschaft geprägten Regierungsstils lässt sich durchaus geräuschlos und ergebnisorientiert regieren. Versprochen hat diese Art des Regierens auch die neue Landesregierung Baden-Württemberg. Hoffen wir, dass sie dieses Versprechen einlösen kann.  

Bei aller medialen Erregung und berechtigen Enttäuschung über das aktuelle Erscheinungsbild der schwarz-roten Regierung ist es dennoch ratsam, mit der nötigen Gründlichkeit zu fragen, was die Ursachen für solch eine Entwicklung sind, welche Rahmenbedingungen, auch internationale, das Regierungshandeln beeinflussen und welche Folgen dies hat für die Stabilität unserer Demokratie, nicht zuletzt im Kontext der im Herbst in zwei Ost-Bundesländern anstehenden Wahlen. Darüber mehr Klarheit zu bekommen, das haben wir uns als Ziel für den heutigen Gesprächskreis gesetzt. Winfried Thaa hat dazu dankenswerterweise umfassend recherchiert und wird uns eine vorläufige Bilanz der schwarz-roten Koalition präsentieren.

 

2. Impuls zum Thema (Winfried Thaa)

Zur Präsentation (kann als pdf heruntergeladen werden)

 

3. Diskussionsbeiträge (Protokoll Karlheinz Rauch)

 

4. Abschluss (Karl Schneiderhan)

Karl Schneiderhan beschließt den Gesprächskreis mit einem herzlichen Dank an Winfried Thaa für den umfassenden und erschließenden Impuls sowie den Teilnehmenden für ihre anregenden Beiträge.

Der nächste Gesprächskreis findet statt am 29. Juni 2026 zur gewohnten Zeit. Thematisch geht es um aktuelle Entwicklungen im Gesundheitssystem.

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